{"id":451,"date":"2017-12-31T15:00:06","date_gmt":"2017-12-31T13:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/charlottejahnz.de\/?p=451"},"modified":"2017-12-31T23:13:20","modified_gmt":"2017-12-31T21:13:20","slug":"histodings","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/charlottejahnz.de\/?p=451","title":{"rendered":"#histodings"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber ein Jahr ist in diesem Blog nichts passiert. Das ist eine so lange Zeit, dass ich fast die Zugangsdaten f\u00fcr dieses Blog vergessen h\u00e4tte, nach drei gescheiterten Versuchen hat es dann aber doch geklappt.<\/p>\n<p>Dabei hatte ich mich Ende September f\u00fcr&#8217;s <a href=\"https:\/\/www.openhistory.de\/2017\/08\/14\/iron-blogger-history-auch-historikerinnen-bloggen-eisern\/\">Ironblogging<\/a> des Vereins angemeldet, in dem ich ein Vorstandsamt aus\u00fcbe. Die Beteiligungsrate des Vorstands ist &#8211; mit Ausnahme von Karo, die bislang immer regelm\u00e4\u00dfig dabei war &#8211; ausbauf\u00e4hig (looking at you, <a href=\"https:\/\/www.histolog.de\/\">Wenzel<\/a>). Au\u00dferdem wurde ich mit einem St\u00f6ckchen oder irgendetwas wie einem St\u00f6ckchen <a href=\"https:\/\/www.moritz-hoffmann.de\/2017\/10\/16\/europeana-oder-die-kartierung-der-kultur\/\">beworfen<\/a>, das habe ich bislang auch nicht aufgenommen. Und weil ich jetzt endlich mal nicht zehn Euro in die Ironblogger-Kasse werfen m\u00f6chte, habe ich mir \u00fcberlegt, das <a href=\"https:\/\/www.histocamp.de\/202\">#histodings<\/a> vom histocamp aufzugreifen. Auch um damit dar\u00fcber hinwegzut\u00e4uschen, dass ich meine Eindr\u00fccke und Erlebnisse vom histocamp &#8211; im Gegensatz zu letztem Jahr &#8211; nicht verbloggt habe. Es h\u00e4tte also viel Content geben k\u00f6nnen und hier im Blog schlummert auch ein nicht fertiger Artikel zum Thema &#8220;Erika Steinbach und die Ehrung von Wehrmachtssoldaten&#8221;.<\/p>\n<p>Jedenfalls: es war Weihnachten und wie auch <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28281\">Anke Gr\u00f6ner<\/a> war ich zuhause und habe nach Dingen aus der Familiengeschichte gesucht. Eins davon hatte ich schon als histodings beim histocamp eingereicht. Das <a href=\"https:\/\/twitter.com\/search?f=images&amp;vertical=default&amp;q=%23histodings&amp;src=typd\">virtuelle histodings-Museum<\/a>, das Ende November auf twitter entstand, versammelte unterschiedliche &#8220;Dinge&#8221;, die die Besucher*innen und Nicht-Besucher*innen des histocamps mit Geschichte verbinden. Es tauchten sehr unterschiedliche Dinge auf: von der Papst-Action-Figur, zu M\u00fcnzen, zu ganzen Geb\u00e4uden.<!--more--><\/p>\n<figure id=\"attachment_452\" aria-describedby=\"caption-attachment-452\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/charlottejahnz.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/DOILMs7XcAUMj7f.jpg\" data-lightbox=\"gal[451]\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-452\" src=\"https:\/\/charlottejahnz.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/DOILMs7XcAUMj7f-580x773.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/charlottejahnz.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/DOILMs7XcAUMj7f-580x773.jpg 580w, https:\/\/charlottejahnz.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/DOILMs7XcAUMj7f-768x1024.jpg 768w, https:\/\/charlottejahnz.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/DOILMs7XcAUMj7f.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-452\" class=\"wp-caption-text\">Der FF33, auch bekannt als Ackerschnacker.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ich w\u00e4hlte den Feldfernsprecher 33, den mein Opa irgendwann loswerden wollte. Das Teil ist sehr schwer und steht als dekorativer Staubf\u00e4nger im Historikerinnenhaushalt herum. Als ich ihn dann auch bei instagram postete, gab es direkt eine Menge Herrschaften, die mir dabei behilflich sein wollten, herauszufinden, ob er noch funktioniert. Vielleicht wird das irgendwann mal ein Projekt, wenn ich wieder nichts zu bloggen habe und die Ironblogger bedrohlich mit dem Klingelbeutel wedeln. \u00dcber Weihnachten fragte ich dann meinen Gro\u00dfvater (Jahrgang 1929) wie das Ding \u00fcberhaupt in seinen Besitz gelangt ist. Ich hatte mir eine krude Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg ausgedacht, aber Opa war bei Kriegsende gerade mal 15. Erz\u00e4hlen kann er mir trotzdem viele und auch schlimme Geschichten. Tats\u00e4chlich ist es allerdings so, dass Opa 1943 bei der Post angefangen hat (was ich auch nur wei\u00df, weil ich ihn mal online bei den Telekom-Senioren anmeldete und das Formular fragte, wann er in den Betrieb eingetreten ist, was er dann mit &#8220;1943&#8221; beantwortete). Die Geschichte wie der FF35 in den Familienbesitz gekommen ist, ist also weitaus langweiliger: bis 1945 wurden insgesamt etwa 1,6 Millionen &#8220;Ackerschnacker&#8221; dieses Typs gebaut und nach dem Krieg standen anscheinend noch genug herum. Einen davon hat Opa dann mit nach Hause nehmen d\u00fcrfen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_455\" aria-describedby=\"caption-attachment-455\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/charlottejahnz.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/DSPsNu0XkAAMFqF.jpg\" data-lightbox=\"gal[451]\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-455\" src=\"https:\/\/charlottejahnz.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/DSPsNu0XkAAMFqF-580x773.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-455\" class=\"wp-caption-text\">&#8220;The tea contained in this tin was not, by all accounts, particularly good and the closest modern equivalent is something like QT. Despite this, a hot drink would have been very welcome and there are many stories of British troops stopping during a lull in the fighting to brew up&#8221;, sagt <a href=\"https:\/\/hatchfive.wordpress.com\/2016\/04\/22\/british-army-tea-ration-tin\/\">Tales from the Supply Depot<\/a>.<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00dcber Weihnachten fand ich dann eine Dose, die meinem anderen Opa &#8220;geh\u00f6rte&#8221;. Der war Jahrgang 1912, Polier beim Bau und auch irgendwie im Krieg. Die Familiengeschichte schweigt sich dazu aber aus, au\u00dfer &#8220;Ungarn&#8221; wei\u00df ich nichts. Auch ob er eventuell in Kriegsgefangenschaft war, wei\u00df ich nicht. Deswegen l\u00e4uft seit zwei Jahren eine Anfrage von mir bei der &#8220;<a href=\"https:\/\/www.dd-wast.de\/de\/antrag-stellen\/anfrage-nach-einer-person.html\">Deutschen Dienststelle f\u00fcr die Benachrichtigung der n\u00e4chsten Angeh\u00f6rigen von Gefallenen der ehemaligen Deutschen Wehrmacht<\/a>&#8221; (WASt), mal schauen, was dabei herumkommt. Jedenfalls war dieser Opa 1945 wieder &#8220;zuhause&#8221;. Ich besitze mittlerweile auch eine Reihe Fotos von ihm, aber sonst wei\u00df ich recht wenig \u00fcber ihn, er starb 1997 als ich acht Jahre alt war. Ich hatte von der Dose schon angenommen, dass sie eine britische Ration sein musste &#8211; einfach aus der Annahme heraus, dass niemand au\u00dfer den Briten gesondert Wert darauf legen w\u00fcrde, w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs Tee mit Milchpulver zu sich nehmen zu k\u00f6nnen. In der Familie war die Dose aber immer als &#8220;amerikanisch&#8221; gelesen worden. Aber tats\u00e4chlich, es ist eine britische Dose: &#8220;The need to have a restoring drink in the field has led to many national idiosyncrasies in essential equipment provided to soldiers- the French and Italians had military issue coffee grinders, the US Army ensured its GIs could always have a Coca Cola and of course the British Army did its best to ensure there was always facilities for its soldiers to have a hot cup of tea.&#8221; (<a href=\"https:\/\/hatchfive.wordpress.com\/2016\/04\/22\/british-army-tea-ration-tin\/\">Tales from the Supply Depot<\/a>) Wie genau die Dose in den Besitz meines Opas gekommen ist, wei\u00df ich nicht und werde ich wahrscheinlich auch nie erfahren. Aber vielleicht kann ich mit den Ausk\u00fcnften der WASt demn\u00e4chst besser vermuten.<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_451 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_451')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_451').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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Es h\u00e4tte also viel Content geben k\u00f6nnen und hier im Blog schlummert auch ein nicht fertiger Artikel zum Thema &#8220;Erika Steinbach und die Ehrung von Wehrmachtssoldaten&#8221;. Jedenfalls: es war Weihnachten und wie auch Anke Gr\u00f6ner war ich zuhause und habe nach Dingen aus der Familiengeschichte gesucht. Eins davon hatte ich schon als histodings beim histocamp eingereicht. Das virtuelle histodings-Museum, das Ende November auf twitter entstand, versammelte unterschiedliche &#8220;Dinge&#8221;, die die Besucher*innen und Nicht-Besucher*innen des histocamps mit Geschichte verbinden. 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