{"id":389,"date":"2016-05-18T19:13:58","date_gmt":"2016-05-18T17:13:58","guid":{"rendered":"https:\/\/charlottejahnz.de\/?p=389"},"modified":"2016-05-18T20:27:25","modified_gmt":"2016-05-18T18:27:25","slug":"i-2-auswahl-der-zeitschriften-und-methodik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/charlottejahnz.de\/?p=389","title":{"rendered":"I.2 Auswahl der Zeitschriften und Methodik"},"content":{"rendered":"<p>[<a href=\"https:\/\/charlottejahnz.de\/?p=378\">Inhaltsverzeichnis<\/a>]<\/p>\n<p>Um f\u00fcr gro\u00dfe Teile der weiblichen Bev\u00f6lkerung der jeweiligen deutschen Staaten repr\u00e4sentative Vorstellungen von Geschlechterrollen beschreiben zu k\u00f6nnen, wurden f\u00fcr diese Arbeit Frauenzeitschriften ausgew\u00e4hlt, die ein m\u00f6glichst gro\u00dfes Publikum erreichten. Die <em>NS Frauen-Warte<\/em> hatte zu Kriegsbeginn 1939 eine Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren, die erste Ausgabe der<em> Frau von heute<\/em> erschien 1946 in einer Auflage von 300.000 Heften und auch die <em>Constanze <\/em>erreichte mit fast 500.000 Exemplaren im Jahr 1953<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> ein breites Publikum und war damit die auflagenst\u00e4rkste westdeutsche Frauenzeitschrift dieser Zeit.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Untersuchungszeitraum beginnt im Jahr 1941, da sich der Zweite Weltkrieg durch den \u00dcberfall auf die Sowjetunion am 22. Juni und der Kriegserkl\u00e4rung Deutschlands am 11. Dezember 1941 an die USA nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour weiter versch\u00e4rfte. Es ist daher auch davon auszugehen, dass sich die <em>NS Frauen-Warte<\/em> verst\u00e4rkt mit der Arbeit von Frauen in R\u00fcstungsbetrieben befasste. Zudem liegt die <em>NS Frauen-Warte <\/em>ab diesem Jahrgang digitalisiert bei der Universit\u00e4tsbibliothek Heidelberg vor, w\u00e4hrend sie in Nordrhein-Westfalen f\u00fcr die Jahrg\u00e4nge 1939 und 1940 generell nicht vollst\u00e4ndig nachgewiesen ist. Anhand einer thematischen Heftauswertung aller Jahrg\u00e4nge der <em>NS Frauen-Warte<\/em> durch Annette Meyer zum Felde<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> wird zur Verdeutlichung des Geschlechterverst\u00e4ndnisses der Zeitschrift jedoch auf eine Ausgabe der Zeitschrift zur\u00fcckgegriffen, die im Jahr 1939 erschien und sich mit dem Themenschwerpunkt \u201eFamilie\u201c besch\u00e4ftigte, sowie auf eine Ausgabe aus dem Jahr 1935, die sich ebenfalls mit dieser Thematik auseinandersetzte und die in der Universit\u00e4tsbibliothek Heidelberg digitalisiert vorliegt.<\/p>\n<p><em>Die Frau von heute<\/em> ist in Bonn an zwei Standorten nachgewiesen. Die ersten Jahrg\u00e4nge der Zeitschrift mit Ausnahme des Jahrgangs von 1947 sind im Depot des Hauses der Geschichte, die Jahrg\u00e4nge von 1950 bis 1955 sind in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung vorhanden. Der Umstand, dass der Jahrgang von 1947 in Bonn nicht nachgewiesen ist, ist f\u00fcr die Analyse der Zeitschrift nicht f\u00f6rderlich. Da ihr westdeutsches Pendant in dieser Arbeit jedoch erst ab 1948 erschien, wird die Aussagekraft des Vergleichs nicht entscheidend geschm\u00e4lert.<\/p>\n<p>Die <em>Constanze<\/em> ist in Bonn ebenfalls im Depot des Hauses der Geschichte nachgewiesen; dies bis zum Jahrgang 1956 jedoch nur in wenigen Heften. F\u00fcr diese Arbeit wurden die Ausgaben der Jahre 1948 bis 1950 per Fernleihe von der Staatsbibliothek Berlin bezogen. Die Jahrg\u00e4nge von 1951 bis 1955 sind im Zeitungs- und Pressearchiv der Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek M\u00fcnster nachgewiesen und wurden dort ausgewertet.<\/p>\n<p>Alle Jahrg\u00e4nge der Zeitschriften wurden durch eine quantitative Inhaltsanalyse<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> in Bezug auf die Themen \u201eFrau und Beruf\u201c, \u201eEhe und Liebe\u201c und den Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> sowie das Selbstverst\u00e4ndnis der Zeitschriften ausgewertet. Dazu wurden alle verf\u00fcgbaren Jahrg\u00e4nge der Zeitschriften durchgesehen und jene Artikel, die sich den definierten Themenfeldern zuordnen lassen, tabellarisch erfasst und den jeweiligen Unterkapiteln der Arbeit zugewiesen. In diese Kategorien fallen 96 Artikel der <em>NS Frauen-Warte<\/em>, 184 Artikel der <em>Frau von heute<\/em> sowie 395 Artikel der <em>Constanze<\/em>. Diese wurden wiederum durch eine inhaltliche Interpretation der Artikel nach Aussagekraft gewichtet. Das Missverh\u00e4ltnis bei der Anzahl der Artikel ergibt sich auch aus den unterschiedlichen Akzentuierungen der Zeitschriften in der Themenwahl. W\u00e4hrend der Untersuchungszeitraum der <em>NS Frauen-Warte <\/em>im Vergleich zu den beiden anderen Zeitschriften k\u00fcrzer ist, besch\u00e4ftigte sich <em>Die Frau von heute<\/em> mit 68 Artikeln zum Oberthema \u201eFrau und Beruf\u201c weitaus mehr mit der Berufst\u00e4tigkeit von Frauen als die <em>Constanze<\/em>. Bezogen auf die Gesamtzahl der untersuchten Artikel f\u00fcr <em>Die Frau von heute<\/em> behandeln 37 Prozent der Artikel das Thema \u201eFrau und Beruf\u201c, w\u00e4hrend in der <em>Constanze<\/em> im Vergleichszeitraum 61 Artikel zu diesem Thema erschienen, was lediglich 15 Prozent an der Gesamtanzahl der Artikel ausmacht. In der Berichterstattung zum Oberthema \u201eEhe und Liebe\u201c erschienen im Untersuchungszeitraum in der <em>Constanze<\/em> 213 Artikel, was einen Anteil von 54 Prozent an allen untersuchten Artikeln darstellt. In der <em>Frau von heute<\/em> lie\u00dfen sich 98 Artikel zu diesem Oberthema finden, was einen Anteil von 53 Prozent an allen Artikel ausmacht, bezogen auf die Unterkapitel ist dabei in der <em>Frau von heute <\/em>ein deutlicher Schwerpunkt auf das Thema \u201eFrauen\u00fcberschuss\u201c festzumachen, dem sich 30 Artikel widmeten. Diese quantitative Inhaltsanalyse hat keine Aussagekraft \u00fcber den qualitativen Inhalt der Artikel. Nichtsdestotrotz lie\u00dfen sich durch das close-reading<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> aller Artikel in den Zeitschriften, also der sorgf\u00e4ltigen Interpretation der Texte, deutliche Positionen zu den Geschlechterrollen von erwerbst\u00e4tigen Frauen als auch von Frauen als heterosexuelle Beziehungspartnerinnen finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr class=\"ttfmake-hr\" style=\"border-style: solid; border-top-width: 1px;\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. Schwarz, Ingelene: Wesensz\u00fcge der modernen deutschen Frauenzeitschrift, Berlin 1956, S. 22.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Meyer zum Felde, Annette: Die \u201eN.S. Frauen-Warte\u201c \u2013 eine Zeitschrift im Spannungsfeld von Ideologie und Politik des Nationalsozialismus, M\u00fcnchen 1983.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Siehe zur Methodik der quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse Wedl, Juliette, Herschinger, Eva, Gasteiger, Ludwig: Diskursforschung oder Inhaltsanalyse? \u00c4hnlichkeiten, Differenzen und In-\/Kompatibilit\u00e4ten, in: Johannes Angermuller, Martin Nonhoff, Eva Herschinger et. al. (Hrsg.): Diskursforschung. Ein interdisziplin\u00e4res Handbuch, Band 1, Bielefeld 2014, S. 537-563.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Dieser sollte urspr\u00fcnglich ebenfalls untersucht werden, findet jedoch aus arbeits\u00f6konomischen Gr\u00fcnden keinen Eingang in diese Arbeit.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Kain, Patricia: How to Do a Close Reading, <a href=\"https:\/\/writingcenter.fas.harvard.edu\/pages\/how-do-close-reading\">https:\/\/writingcenter.fas.harvard.edu\/pages\/how-do-close-reading<\/a> (15.2.2016).<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_389 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_389')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_389').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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