{"id":279,"date":"2015-03-08T21:16:29","date_gmt":"2015-03-08T19:16:29","guid":{"rendered":"https:\/\/charlottejahnz.de\/?p=279"},"modified":"2015-03-08T21:16:29","modified_gmt":"2015-03-08T19:16:29","slug":"o-tempora-o-masterarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/charlottejahnz.de\/?p=279","title":{"rendered":"O tempora, o Masterarbeit"},"content":{"rendered":"<p>Wie beginnt man einen Text zu einer Masterarbeit? Vielleicht so: Im Zuge <a href=\"https:\/\/digitalpast.de\/als-der-krieg-nach-hause-kam\/\">dieses Buches<\/a> f\u00fcr das ich mich mit Frauen in Deutschland im Zweiten Weltkrieg besch\u00e4ftigte, kam ich von der Idee ab, meine Masterarbeit \u00fcber das Frauenstudium im Ersten Weltkrieg zu schreiben. Vor allem, weil meine Hauptquelle mich etwas entt\u00e4uscht hatte und ich keinen richtigen Zugang fand, der sich in irgendeiner Weise gro\u00df von der Dissertation &#8220;Auf fremdem Terrain. Studien- und Alltagserfahrungen von Studentinnen 1900 &#8211; 1918.&#8221; von Marianne Koerner unterschieden h\u00e4tte.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nAlso \u00fcberlegte ich, wie ich das, was ich eh schon gelesen hatte, in einer Masterarbeit nutzen konnte. [Spoiler: auch das werde ich nicht wirklich nutzen k\u00f6nnen.] Ich dachte \u00fcber das Kriegsende nach und mir fiel das Bild der Tr\u00fcmmerfrau ein. Ich war relativ begeistert davon, das Bild der Tr\u00fcmmerfrau \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum zu verfolgen. Das war im Juli 2014. Im Juli 2014 erschien auch Leonie Trebers Dissertation &#8220;Mythos Tr\u00fcmmerfrauen. Von der Tr\u00fcmmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes&#8221;. Sie schreibt auf 100 Seiten \u00fcber das Bild der Tr\u00fcmmerfrauen in Ost- und Westdeutschland bis in die 1980er Jahre. Die Dissertation ist wirklich \u00e4u\u00dferst lesenswert, aber zwang mich auch dazu, weiter \u00fcber ein Thema nachzudenken. Mir fiel auf, dass vor allem in der popul\u00e4ren Geschichtsdarstellung und dort noch mal besonders in meinen geliebten Historienschinken, neben die Tr\u00fcmmerfrau das weitere Stereotyp des &#8220;Besatzerliebchens&#8221; gestellt wurde. Exemplarisch seien hier nur die Filme &#8220;Das Bernsteinamulett&#8221; und &#8220;Die Luftbr\u00fccke &#8211; Nur der Himmel war frei&#8221; genannt. Es ist allerdings so, dass vor allem das Stereotyp der Tr\u00fcmmerfrau nicht direkt aus der unmittelbaren Nachkriegszeit stammt, zumindest f\u00fcr Westdeutschland nicht. Und das Besatzerliebchen ist vor allem als &#8220;Amiliebchen&#8221; ins kollektive Ged\u00e4chtnis eingegangen, das ist zumindest meine Ausgangsthese. Die Bezeichnungen Franzosenliebchen, Britenliebchen und Russenliebchen sind nicht wirklich gel\u00e4ufig. Insofern war mein Blick tats\u00e4chlich stark vom Jahr 2014 gepr\u00e4gt und weniger aus der direkten Nachkriegszeit.<\/p>\n<p>Eine weitere Frage tut sich ebenfalls auf: wie will ich meine Thematik untersuchen? Urspr\u00fcnglich hatte ich geplant, herauszufinden, ob es Kontinuit\u00e4tslinien aus dem NS gibt. Also, ob das NS-Frauenbild auch in beiden Nachkriegsstaaten nachlebt(e). Dazu hatte ich vor, die Zeitschrift <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/NS-Frauen-Warte\">NS-Frauenwarte<\/a>\u00a0mit Publikationen aus der Nachkriegszeit zu untersuchen und zwar einmal im Hinblick auf Publikumszeitschriften West und Ost (z.B. der Spiegel) und einmal im Hinblick auf Frauenzeitschriften West und Ost. Um es kurz zu fassen: auch das wird nicht meine Masterarbeit, weil es vermutlich den Umfang der Arbeit sprengen w\u00fcrde. Es ist auch so schon genug, denn: ich werde jetzt untersuchen, ob anhand von Berichten in der NS-Zeitschrift NS-Frauenwarte Kontinuit\u00e4tslinien im Frauenbild in den Frauenzeitschriften &#8220;Constanze&#8221; (West) und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%BCr_Dich_(Zeitschrift)\">&#8220;F\u00fcr Dich&#8221; bzw. &#8220;Frau von heute&#8221;<\/a>\u00a0(Ost) nachvollziehbar sind und zwar in punkto &#8220;Arbeit&#8221; und &#8220;Liebe&#8221;. Die Begriffe sind so grob gefasst, weil ich mit der Sichtung der Nachkriegszeitschriften noch nicht wirklich weit gekommen bin. In der vergangenen Woche habe ich in der Pr\u00e4senzbibliothek der Friedrich Ebert Stiftung in Bonn angefangen, die Ausgaben der &#8220;Frau von heute&#8221; ab 1950 durchzugehen und in einer Excel-Liste Artikel einzutragen, die f\u00fcr meine Arbeit sinnvoll erscheinen k\u00f6nnten. Am Dienstag bin ich erneut in der FES und gehe arbeite mich weiter durch die Zeitschriftenb\u00e4nde. Danach geht es in die Depots des Haus der Geschichte, wo die &#8220;Constanze&#8221; und die Zeitschrift &#8220;F\u00fcr Dich&#8221; lagern. Die NS-Frauenwarte bietet zum Gl\u00fcck die UB Heidelberg online als Digitalisat an. Das mal als kurze Wasserstandsmeldung in einem Blog, das urspr\u00fcnglich dazu eingerichtet wurde, meine Masterarbeit zu begleiten.<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_279 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_279')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_279').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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