Der 8. Mai

Der 8. Mai 1945 war nicht der 11. November 1918. Abgesehen von den offensichtlichen Unterschieden im Datum unterscheiden sich die beiden Kriegsenden auch sonst. Der Erste Weltkrieg endete für das Deutsche Reich zwar auch mit einer Kapitulation, aber diese fand statt ohne dass das gesamte Deutsche Reich Schauplatz des Ersten Weltkriegs geworden war. Das sah 1945 anders aus. Und das ist vielleicht der Grund, warum der 8. Mai zwar ein wichtiger politischer Gedenktag wurde, aber weshalb er im individuellen Gedenken keinen Platz gefunden haben könnte. Als erste deutsche Stadt war Aachen bereits im Oktober 1944 besetzt worden, das linksrheinische Köln am 6. März 1945. Bis zum 8. Mai erlebten die Deutschen also individuell andere Daten als Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Zivilbevölkerung mag der 8. Mai vielleicht nur als das “endgültige Kriegsende” vorgekommen sein.
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Übungen in Genealogie

In der sechsten Klasse sollten wir im Geschichtsunterricht herausfinden, was unsere Nachnamen bedeuten. Mein Geschichtslehrer tippte darauf, dass meine Vorfahren aus Norddeutschland stammten und irgendwer in der Familie mal Jahn geheißen haben muss und sich der Name daraus entwickelt hatte. Dem war aber nicht so.
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O tempora, o Masterarbeit

Wie beginnt man einen Text zu einer Masterarbeit? Vielleicht so: Im Zuge dieses Buches für das ich mich mit Frauen in Deutschland im Zweiten Weltkrieg beschäftigte, kam ich von der Idee ab, meine Masterarbeit über das Frauenstudium im Ersten Weltkrieg zu schreiben. Vor allem, weil meine Hauptquelle mich etwas enttäuscht hatte und ich keinen richtigen Zugang fand, der sich in irgendeiner Weise groß von der Dissertation “Auf fremdem Terrain. Studien- und Alltagserfahrungen von Studentinnen 1900 – 1918.” von Marianne Koerner unterschieden hätte.
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Exkursion Péronne

In der vergangenen Woche war ich auf Exkursion in Frankreich, um mir die britische Front des Ersten Weltkriegs genauer anzugucken. Es ging nach Péronne, Arras, Amiens und in umliegende Dörfer. Das Programm war so vollgepackt, dass wir Bonn um halb sieben morgens verließen. Unsere Beschäftigung mit dem Ersten Weltkrieg begann in Péronne im Historial de la Grande Guerre, das seit 1992 über den Ersten Weltkrieg in der Region um die Somme in drei Sprachen informiert. So gibt es dort das Schild zu sehen, das die deutschen Truppen 1917 bei ihrem Rückzug im zerstörten Péronne zurückließen und das auch von der Forschung aufgegriffen wurde. Weiterlesen

Geschichtsbelletristik

Sommerzeit, Lesezeit. Das dachte ich als ich vor kurzem in einer Buchhandlung nach einem Roman suchte. Vorbelastet durch mein Studium, schaute ich mir die Krimireihen auf der Suche nach einem Geschichtskrimi an. Volker Kutschers Gereon Rath-Reihe begeistert mich nämlich sehr, weil es ihm gelingt, die Weimarer Republik im Krimi zu beleuchten. Nachdem ich im letzten Jahr das Buch “Rassenwahn” von Jörg Gustmann gelesen hatte, wusste ich, dass es auch anders geht und das ist mir bei meiner letzten Lektüre auch wieder bewusst geworden. Weiterlesen

Guido Knopp ist ein Historiker, seine Worte sind Gesetz…

singt der Liedermacher Rainald Grebe. Jörg Baberowski, Professor für die Geschichte Osteuropas an der HU Berlin, zweifelt daran, dass die Worte Knopps Gesetz seien oder vielmehr, dass sie es sein sollten. Baberowski schreibt in der FAZ vom 30. Mai 2014:

“History-TV“ gibt es nur, weil jene, die Dokumentarfilme produzieren, glauben, dass intelligente Menschen nicht fernsehen.1

Aber nicht nur der prominenteste deutsche Fernsehhistoriker2 kriegt von Baberowski sein Fett weg, auch andere TV-Dokumentationen, im Besonderen aber eine Dokumentation3, die die ARD am 19. Mai 2014 in der Reihe “Geschichte im Ersten” ausstrahlte.
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  1. Jörg Baberowski: Unsägliche TV-Dokus. Geschichte für Trottel, in faz.net, 30.5.2014 

  2. seinen Doktortitel erhielt Knopp 1975 von der Universität Würzburg für seine Arbeit über die “Einigungsdebatte und Einigungsaktion in SPD und USPD, 1917 – 1920 unter bes. Berücksichtigung der ‘Zentralstelle für Einigung der Sozialdemokratie'” 

  3. abrufbar bis zum 20. Mai 2015 

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Neben der Geschichte beschäftige ich mich auch gerne mit dem Internet. Da das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Jahr 2014 zum Wissenschaftsjahr der Digitalen Gesellschaft ausgerufen hat, haben die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Deutsche Museum Bonn eine Veranstaltungsreihe geplant, die in diesem Jahr insgesamt drei Mal stattfinden wird.

Den Auftakt machen Markus Beckedahl von netzpolitik.org, Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Telekom, Jörn Müller-Quade, Professor für Kryptographie und Sicherheit am KIT Karlsruhe und Caja Thimm, Medienwissenschaftlerin an der Uni Bonn in deren Vorlesungen ich auch mal saß. Die vier diskutieren am kommenden Donnerstag in der Bundeskunsthalle „Digitale Welt – Traum oder Alptraum?“ zusammen mit Moderator Rangar Yogeshwar.

Wer teilnehmen möchte, kann sich hier anmelden. Darüber hinaus macht Helge David von openmuseum mal wieder ein Tweet-Up.

Stolpersteine putzen

Gestern las ich in meiner Timeline diesen Tweet:

Auf dem Weg zu meinem Arbeitsplatz komme ich an einem Stolperstein vorbei, weswegen ich mich heute aufmachte, Putzmittel kaufte und mich nach der Arbeit zum Stolperstein setzte, um diesen Stolperstein zu putzen. Mit dabei hatte ich Wasser, Scheuermilch, Politur, einen Schwamm und Papiertücher. Ich hatte mich vorher informiert, wie man einen Stolperstein am besten putzt.

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