Stolpersteine putzen

Gestern las ich in meiner Timeline diesen Tweet:

Auf dem Weg zu meinem Arbeitsplatz komme ich an einem Stolperstein vorbei, weswegen ich mich heute aufmachte, Putzmittel kaufte und mich nach der Arbeit zum Stolperstein setzte, um diesen Stolperstein zu putzen. Mit dabei hatte ich Wasser, Scheuermilch, Politur, einen Schwamm und Papiertücher. Ich hatte mich vorher informiert, wie man einen Stolperstein am besten putzt.

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There’s an east wind coming – Sherlock Holmes und der Erste Weltkrieg

Es war abends, um neun Uhr, am zweiten August – jenem schrecklichsten August der Weltgeschichte. Man hätte sich da schon denken können, daß Gottes Fluch schwer dräuend über einer degenerierten Welt hing, denn eine furchterregende Stille und eine ungewisse Ahnung erfüllten die schwüle, von keinem Windhauch bewegte Luft.1


  1. Arthur Conan Doyle (Leslie Giger, Übersetz.): Seine Abschiedsvorstellung,  Berlin 2012, S.280. 

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Sensation: Deutsches Reich doch nicht allein Schuld am Ersten Weltkrieg?

Große Neuigkeiten: der Tagesspiegel hat herausgefunden, dass man sich in Großbritannien anders an den Ersten Weltkrieg erinnert als in Deutschland. Gleichzeitig wird sich leicht darüber beschwert, dass der Erste Weltkrieg immer noch nicht vorbei sei. So käme es einem zumindest vor, wenn man sich das aktuelle Bohei durchlesen würde, was derzeit fabriziert wird1. Meine Google Alert Suche zum Ersten Weltkrieg hat mir seit dem 1.1.2014 60 Alerts geschickt. Eingerichtet habe ich sie vor etwa einem halben Jahr und bis zum Jahreswechsel bekam ich ca. alle drei Tage eine E-mail.


  1. Eine spontane Suche “Erster Weltkrieg” auf der Seite des Tagesspiegels bringt übrigens 64 Treffer. 

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“eine deftige Portion Geschichte näherbringen” – Interview zu @1914Tweets

Das “Gedenkjahr” 2014 hat gerade begonnen, aber dass es ein geschichtsträchtiges Jahr wird, war spätestens mit der Veröffentlichung der “Sleepwalkers” von Christopher Clark im Herbst 2012 klar. Der Spiegel nannte 2014 schlicht Super-Gedenkjahr und widmete seine erste Ausgabe im Jahr 2014 dem Ersten Weltkrieg1. Unterschiedliche Formen der Erinnerungskultur an den Ersten Weltkrieg gibt es auch im Netz. Auf facebook durchlebte der fiktive Léon Vivien 2013 gemeinsam mit seiner Frau den Ersten Weltkrieg und sehr, sehr viele Twitteraccounts haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des Ersten Weltkriegs einem breiten Publikum in 140 Zeichen näher zu bringen. Seit gestern mischt auch der Account @1914Tweets von Christian Soeder und Dirk Baranek mit. Als Mitglied des @9nov38-Teams war ich natürlich besonders interessiert daran, was Christian Soeder und Dirk Baranek in den nächsten zwölf Monaten planen. Freundlicher Weise hat mir Dirk Baranek ein Mail-Interview gegeben.


  1. natürlich ohne dabei auf Hitler zu verzichten 

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Kleine Selbst-Lobhudelei und Votingbitte

Irgendjemand hat freundlicher Weise @9nov38 zum Twitteraccount des Jahres 2013 bei den Bloggern 2013 vorgeschlagen. Wir (Moritz, Petra, Michael, Christian und ich) sind damit nominiert, was mich (und ich denke, die anderen auch) sehr freut. Allerdings messen wir uns mit @NeinQuarterly, @CollinasErben (die auch in der Kategorie Podcast nominiert sind) und: Boris Becker1. Falls Sie also heute Abend nichts vor haben, gucken Sie mal rein und voten Sie.


  1. immerhin kann ich jetzt sagen, dass ich mal gemeinsam mit Boris Becker für einen Preis nominiert war, hat auch was 

Historische “Weihnachtslieder”

Herr Schmalenstroer fand im familiären Fundus ein “Weihnachtslied” von 1916. Es ist nicht wirklich ein Weihnachtslied, vielmehr wohl ein Propagandalied. Dem Kinderchor, der das Lied vertont, verspricht Michael übrigens einen Kasten Bier. Leider bin ich seit sieben Jahren volljährig und gehe somit unter gar keinen Umständen mehr als Kind durch. Trotzdem habe ich mal gesungen…

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Frauenzeitschriften und Geschichte

Als das ZDF ankündigte eine “Geschichte der Frauen” schreiben zu wollen, wurde ich hellhörig. Guido Knopp hatte sich ja schon an “den Deutschen” abgearbeitet.1 Während die erste Staffel der “Deutschen” nur mit Männern auskam, überwand man sich in der zweiten Staffel und erhöhte den Frauenanteil bei zehn Ausgaben von 0 auf 20 Prozent, indem man Rosa Luxemburg und Hildegard von Bingen mitspielen ließ.


  1. Karl der Große ist bei Knopp beispielsweise auch “Deutscher” – was wohl die Franzosen mit dieser Deutung “ihres” Charlemagne anfangen? 

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Der Freistaat Bayern und der Kampf mit “Mein Kampf”

2015 ist Adolf Hitler 70 Jahre tot. Und wie es beim Urheberrecht so ist, laufen dann die Ansprüche seines “Erben” an Hitlers politisch-ideologischer Programmschrift Mein Kampf aus. Erbe ist in diesem Fall der Freistaat Bayern, zumindest geht dieser davon aus, weil Hitler dort seinen letzten Wohnsitz hatte. Ab dem 1.1.2016 könnte aber jeder das Buch veröffentlichen und verkaufen.

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Was wäre wenn…?

Im ersten Semester kaufte ich mir ein Buch, das angab Alternativgeschichte zu schreiben. Ich hatte mir erhofft, einen anderen Blick auf bestimmte Ereignisse der Weltgeschichte erhaschen zu können. Nach der Lektüre war ich so klug wie zuvor und hakte die kontrafaktische Geschichte erstmal ab.

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What this is about

Dieses Blog soll in erster Linie meine Masterarbeit begleiten (die noch in den kleinsten Kinderschuhen steckt, die man finden kann). Gleichzeitig versuche ich hier auch ein wenig meine bescheidenen Kenntnisse  loszuwerden, z.B., wenn Herr Knopp die Nachfolger von Herrn Knopp wieder mal Dinge im Fernsehen zeigen. Dann könnten hier evtl. Rezensionen stehen. Mehr zum MA-Thema, wenn ich mich eingelesen habe.